Dienstag, 29. März 2011

Milch oder Zucker?




Gerade fertig geworden, eine Kette und ein Paar Ohrringe für eine Freundin von mir, die total verrückt nach Kaffee in jeder Form ist. Also habe ich ihr Kaffeebohnen aus FIMO modelliert und sie mit Glasperlen kombiniert, die ich vor einigen Tagen auf der Creativa an meinem Lieblingsstand gefunden habe, an dem man sich die unterschiedlichsten Perlen in unzähligen Töpfen einzeln aussuchen und zusammenstellen kann. Macht jedes Jahr wieder riesig Spaß!! Nun habe ich also einige der neuen Perlen in diesem schicken braun-schwarzen Set gemeinsam mit den FIMO-Bohnen verarbeitet, auf silbernen Kettelstiften. Ich hoffe, es gefällt der zukünftigen Trägerin - und euch!

I just finished this set of a necklace and a pair of earrings I made for a friend of mine who loves coffee in any form. So I will give her this jewelry made of brown and black glass beads I bought at the last Creativity Fair "Creativa" in Dortmund. There's always a seller of glass beads which can be choosed out of many pots. I love that, it's always great fun! I mixed those beads with self made coffee beans made of polymer clay (FIMO). The biggest glass beads look like latte art, really interesting look. I hope the new owner will like it and hopefully, so will you!

Freitag, 25. März 2011

Hasch' mich, ich bin der Frühling!

Will euch doch schon länger meine neue Schmetterlingstasse zeigen, also, hier ist sie:
Der Schmetterling wirkt bei Tageslicht weit mehr violett als blau, was mir auch lieber ist, allein schon weil es zur aktuellen Haarfarbe und Stimmung passt!
Das Motiv hab ich mir aus dem Ärmel geschüttelt als ich letztlich mit einer Freundin einfach des kreativen Zusammenseins wegen an dieser Tasse pinselte. Und irgendwie, wie ich das ja öfter bei mir erlebe, floss der Schmetterling einfach auf das Porzellan, als hätte er in der Farbe gleichsam einem Kokon darauf gewartet sich dort zu entfalten. Die Blume war dann reine Formsache. ;o)  
Apropos Formsache: Die Farben sind nach dem brennen im Ofen bei 160 Grad absolut Lebensmittelecht und haben die Spülmaschine bereits einige Mal schadlos überstanden. Andere Farben benutze ich auch gar nicht, ich würde eine Tasse, die ich immer mit äußerster Vorsicht benutzen und dann auch noch per Hand spülen müsste, nie verwenden. Und das wäre doch sehr schade, denn sie bringt mir dieser Tage oft zum Lächeln...

Mercedes, gut geparkt...

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Samstag, 12. März 2011

Facebook und Japan

Heute habe ich mich durchgerungen und mich bei Facebook angemeldet.
Leider mochte das Programm meinen Namen nicht, wollte das e am Ende nicht haben. Jetzt ist es Mary Magdalena. Hm. Naja... eher suboptimal... aber das soll mein kleinstes Problem sein...

ohnehin habe ich mich heute eher mit alldem abgelenkt.

Japan bebt, Tsunami rast gen Hawaii...
Sorgenvolle Stunden. Meine Gebete reisen in die Ferne...
Möge Gott den GAU verhindern, möge es uns allen erspart bleiben!!!

Ich weiß nur noch nicht ob ich traurig oder wütend sein soll. Denn während Beben einfach zur Erde dazu gehören, sind Brände in Raffinerien und Atom-GAUs von Menschen hausgemacht und das macht mich wütend. Gerade Japan steuert doch schon lange auf sowas zu, machen wir uns da doch bitte nichts vor! Nur leider trifft es nicht (nur) die Schuldigen sondern vor allem die Unschuldigen... das macht mich fertig... Noch kann ich nicht auf meine Art reagieren. Normalerweise setze ich solche Erlebnisse in irgendeiner Kunstform um. Das ist meine Art, damit zurecht zu kommen. Jeder, direkt betroffen oder nicht, muss damit klar kommen, auf seine Art.
Klingt komisch, ist aber so.
Meinen Kinder zu erklären was da passiert ist eine ganz eigene herausforderung. Aber wir reden viel, das hilft. Ich kann nur beten und mich um die meinen kümmern und das tue ich mit aller Liebe und Hingabe...
Ohana heißt Familie...

Freitag, 11. März 2011

Frühlingshimmel im Ohr

Meine neusten Dehn-Schmuckis sind fertig - und haben auch bereits ihnen Platz in der Deep-Metal-Vitrine gefunden. Sie sind aus Perlmutt- und Transparentblau-FIMO, sehr interessante Mischung. Sieht ein bisschen aus wie verrissene Sturmwolken an einen kühlen blauen Frühlingshimmel. Ich habe Claws, Serpents und Cresents gemacht, in unterschiedlichen Größen. Hoffe euch gefällts, ladet den Frühlich ein, es wird wirklich langsam mal Zeit! 

Liebe Frühlingsgrüße von eurer Mary Magdalene!

Donnerstag, 10. März 2011

Ohana heißt Familie...


Kennt ihr den Film "Lilo & Stitch"? Ich meine den Kinofilm, nicht die Serie. Falls nicht, holt ihn euch, schaut ihn euch an mit jemandem, der für euch zur Familie gehört, wer auch immer das ist! Denn das meint das hawaiianische Wort " 'ohana". (das ' davor gehört zum Wort, es ist ein sogenanntes Glottal, eine Besonderheit der Hawaiischen Sprache, der ʻŌlelo Hawaiʻi.)
Das wohl berühmteste Zitat des Films lautet: "Ohana heißt Familie und Familie heißt, dass alle zusammenhalten und für einander da sind. Dieser Begriff bezog sich ursprünglich nicht nur auf die Ausgangsfamilie sondern auf jeden, der als dazugehörig angesehen wurde, frei nach dem Motto: "Freunde sind die Familie, die man sich selbst ausgesucht hat." Und da unsere Familie genau so lebt und einige von uns an Hawai'i sehr interessiert sind, lassen sich meine Frau und ich nun das Wort "Ohana" tätowieren, beide auf den Rücken. Um den Schriftzug, den ich gerade entwerfe, wird sich ein Sternenhimmel gruppieren, ein ganz aussergewöhnlicher Sternenhimmel. Jedes Familienmitglied zeichnet einen Stern und der wird dann so in das Tattoo eingefügt. Wer das nicht kann, bekommt einen "Paten", der den Stern zeichnet oder zumindest dabei hilft. etwa 15 Sterne sind bereits fertig, am ende werden es um die 50 sein, der Kern der Familie in der Mitte, die Freunde drum herum. Das soll dann noch mit mäandernden Schatten unterlegt und so zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden. Die Schrift wird black and gray schattiert, die Sterne werden bunt, jeder nimmt die Farbe(n), die zu ihm passen. Es sind schon wunderbare kleine Kunstwerke entstanden, ich werd sie euch nach und nach zeigen.

Ich bin gespannt, was ihr davon haltet - her mit euren Kommentaren! ;o)

Mittwoch, 23. Februar 2011

Mary Magdalene jetzt bei Deep Metal in Dortmund



Mein Schmuck für gedehnte Ohren (aus FIMO) hat ein neues Zuhause!!!
Und zwar im Deep Metal - Studio von Andrea Venhaus.
Dort ist nun diese schicke kleine Vitrine mit einem Sortiment an Plugs, Spiralen, Cresents und Serpents zu finden.



Ihr könnt sie direkt dort erstehen, die Preise sind sehr moderat, liegen pro Stück zwischen 8 und 20 Euro, was nicht viel ist, denn jedes Stück wird von mir sorgfältig in reiner Handarbeit hergestellt und ist somit ein einzigartiges Unikat!
Solltet ihr in der Vitrine nicht das Passende für euch finden lasst euch einfach meine Karte geben und schickt mir eine Mail mit euren Wünschen, dann schaue ich gerne, was sich machen lässt.

Es sind nahezu alle Größen machbar.
Je nach Schwierigkeit des Projekts kann es aber sein, dass ich mal noch einen kleinen Aufschlag für den Mehraufwand einplane. Einfach Fragen, das kostet definitiv nichts und lohnt sich bestimmt!
Ich freue mich sehr über diese tolle Möglichkeit, zumal das Studio einfach klasse ist, eines der besten in Deutschland mit der gesamten Bandbreite an denkbaren Bodymodifications und sehr, sehr netten Leuten! 

Dienstag, 28. Dezember 2010

Es weihnachtet - auf meinem Handgelenk!!!

Fröhliche Weihnacht überall!!! Und für mich jetzt sogar das ganze Jahr über! In pink.
Pink ist keine Weihnachtsfarbe, ich weiß, aber es passt besser zu mir und da meine Liebeserklärung ein Weihnachten so offensichtlich ausfallen sollte, sollte sie sich nicht täglich mit meiner größtenteils eher mädchenfarbigen Garderobe beißen! Ihr versteht vermutlich grad Bahnhof, ich hoffe, zumindest den vom Polarexpress! Also die Aufklärung: Ich habe mir kurz nach dem letzten Beitrag im November ein neue Tattoo stechen lassen, nämlich meine ganz eigene Liebeserklärung ans Weihnachtsfest in Form einer süßen pinken Christbaumkugel auf dem linken Handgelenk. Studio war das sehr nette "Darkest Ink" in Bremen, gestochen hat der wirklich ausgezeichnete Thomas, Neuzugang aus Brasilien. Zum ersten Mal habe ich mir ein Tat stechen lassen, das ich nicht entworfen habe, sondern ich bin hin, habe mit ihm geredet und ihn gebeten, mir das Bild einer lila oder pinken Weihnachtskugel zu googeln. Als das richtige gefunden war hat er daraus die Vorlage in passender Größe für mein wirklich sehr sehr schmales aber kräftiges Handgelenk gemacht. Derweil habe ich mich mit meinen beiden Freudinnen im Studio gut unterhalten und sehr wohl gefühlt. Auch "Säbel" alias Sebastiano, der den Laden im Seemannslook leitet, war sehr nett und zuvorkommend, ließ sich über die Schulter schauen und gab uns, als das Tat eigentlich fertig war noch den entscheidenden Tip, der zu seiner Vollendung führte: Erst einen Schatten, der der Kugel einen Platz gibt und sie optisch verlängert sodass sie besser auf dem schmalen Arm zur Geltung kommt und dann noch die Sternchen, abgeguckt vom Bauch einer sehr lieben jungen Frau, die grade von Säbel tätowiert mit atemberaubend schönen Lilienblüten freihand tätowiert wurde! Nun, 4 Wochen darauf, ist meine Baumkugel so gut wie abgeheilt und bringt mich jeden Tag zum lächeln. Weitere Weihnachts-Tattoos sind in Planung, die werde ich aber wieder selbst zeichnen... vor allem möchte ich noch eine Krippenszene haben, aber die braucht mehr Platz als die Kugel, mal sehen, vielleicht auf die Rippen oder den Oberschenkel, da ist noch Platz für sowas...

Freitag, 5. November 2010

Die Tattoos und ich - eine Liebe fürs Leben

Tattoos sind meine Leidenschaft.
Sie begleiten mein Leben, beschreiben, dokumentieren es, treiben mich an, fordern mich heraus. Sie geben mir Trost und bewahren Wichtiges vor dem Vergessen, sie machen mir Mut und erinnern mich an das, was wichtig ist. Meinen Körper begreife ich als Leinwand, als Spiegel meines Inneren. Und so sind meine Tattoos auch nie Mode oder einzig als Verschönerung gedacht. Jedes meiner Bilder, die dich ich offen zeige und auch die, die verborgen bleiben - unter den Haaren auf meinem Kopf zum Beispiel - spiegelt einen Aspekt meines Lebens; ein in die Haut gestochenes Denkmal. Natürlich ist es auch Kunst und ich begreife mich als Künstlerin, in verschiedener Hinsicht. Ich male und forme, ich fotografiere und designe,  ich schreibe und ich zeichne und all das liebe ich von ganzem Herzen. Keine künstlerische Ausdrucksform ist aber so bewegend, fordernd, berührend, fesselnd und monumental wie das Tattoo.

Als ich mein erstes Tattoo stechen ließ, traute ich mich nur ansatzweise, meine eigene Gestaltung einzubringen. Ich war (endlich!) 18, zeichnete seit vielleicht 3-4 Jahren Tattoos. Der Tätowierer war um die 40, erfahren und begabt - was hatte ich da zu melden?! Aber dennoch traute ich mir zu, mit ihm zusammen ein paar Änderungen an der Vorlage vorzunehmen, in die ich mich verliebt hatte. Einmal unter meiner Haut liebte ich jeden Pixel, jedes Quäntchen Farbe und das tue ich noch heute. Keine Sekunde habe ich es bereut. Seitdem sind ein paar Bilder hinzugekommen, allerdings bei weitem nicht so viele, wie ich es gern hätte. Geld ist ein nicht unwesentlicher Faktor und da ich als mit nichtmal 30 berentet nicht gerade reich bin muss ich viel Geduld haben und sehr hart sparen - leider!!! Oft sehne ich mich schon beinahe schmerzlich nach einem Tattoo lange bevor ich es umsetzen lassen kann und wenn ich die vorgesehene Stelle lang genug betrachte, sehe ich es schon beinahe. Das hat aber auch sein Gutes. Denn die Tattoos, die ich dann letzendlich stechen lasse, sind "gereift".

 Das erste Tattoo auf fremder Haut...
Als zum ersten Mal ein Tattoo aus meiner Feder auf jemand anderen Haut gestochen wurde, war ich zu Tränen gerührt und verängstigt, fühlte mich auf das Höchste geehrt und konnte dieses Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten kaum fassen. Dabei kam dieses Tattoo heraus: Die Essenz der Dinge die seiner Trägerin von größter Bedeutung sind, angepasst auf ihren Oberarm und umgesetzt als Tribal-Mix. Beim Stechen durfte ich dabei sein. Ich war zu gleichen Teilen begeistert, fasziniert, dieses Bild, an dem ich etwa 3 Wochen gearbeitet hatte, wieder auf ihrer Haut entstehen zu sehen und ebenso atemlos verängstigt, weil ich es nicht ertragen hätte, wenn ihr auch nur irgendetwas nicht gefallen hätte - selbst wenn es der Fehler des Tätowierers gewesen wäre und nicht meiner! Aber alles ging gut. Und ich bin noch heute sehr sehr stolz auf diese Arbeit, weil ich weiß, dass ihre Besitzerin noch nach Jahren glücklich damit ist und es ihr viel bedeutet.

Aus Spaß an der Freude...
...zeichne ich natürlich auch. Auf Parties ist das immer klasse. Gebt mir einen Fineliner, einen Kuli oder Edding und am Ende sind ein paar nette Kleinigkeiten oder ganze Freihand-Tribal-Ärmel entstanden. So entstand auch dieses kleine Teil. Der Stift war etwas zu flüssig und das Bild wurde mit de Handy gemacht, aber ich denke, es ist dennoch erkennbar...

Diese Art des Entwerfens mag ich sehr. Mancher "Gib-mir-deinen-Arm-ich-mach-mal-ne-Skizze"-Entwurf führte schon zu einer reifen Tattoo-Idee. Damit habe ich schon als Teenager angefangen, an meinen eigenen Beinen und Armen und an denen von Mitschülern und Freunden. War immer gut für Gesprächsstoff. Und einige Jahre später lernte ich so meine Frau kennen. Wir kamen über meine Tats ins Gespräch und sie wollte mir einfach nicht glauben, dass ich sie selbst entworfen hatte. Gott wollte es wohl so, es lag "zufällig" ein Edding auf dem Tisch. Ich griff danach und wandte mich zunächst an ihren besten Freund, der noch ungläubiger reagiert hatte. "Gib mir deinen Arm, ich beweis es dir!" An dem Tag hatte ich wohl eine Extraportion Mut intus. Er überließ mir seinen Arm und ein paar Minuten später wand sich ein flammendes Tribal über seine Unterarmmuskeln hinauf zum Bizeps. Ha! Zwei paar große Augen und zwei offene Kinnladen waren mein Lohn. Ich strahlte. Und bekam mehr, als ich bestellt hatte als meine spätere Ehefrau mir anschließend ihr hübsches Dekolletée als Leinwand anbot. Nun war es meine Kinnlade die runterklappte und mein Hände zitterten ordentlich, als ich den Stift ansetzte um ein florales Tribal zu entwerfen. Es kann wohl so schlecht nicht gewesen sein - ein Jahr darauf waren wir verheiratet... ;o)

Meine Frau war es auch, die mich anstiftete, die Ausbildung zur Tätowiererin zu machen. Etwa 2 Jahre ging ich mit dieser Idee Schwanger und entschied mich dann dagegen. Ich bin Epileptikerin und wenn ich beim Zeichnen mal zucke, kann ich radieren. Beim Stechen zu zucken wäre ein Fiasko. Früher hat es mich geschmerzt, die Ausbildung nie machen zu können, ich musste damit fertig werden, um diese verbaute Chance trauern... Meinen Tiefpunkt erreichte ich, als ich mich vor ein paar Jahren mit einer Tätowiererin auf einer Convention unterhielt und ihr meine Mappe zeigte. Sie nahm sie in der Luft auseinander. Ich kann mit Kritik umgehen solange sie nicht verletzend oder gleichgültig ist. Die Kritik damals war beides. Die professionelle Tätowiererin war der Ansicht, kaum eines meiner Bilder tauge zum Tattoo, sei zu klein, zu detailliert, sowas könne man nicht stechen und ob ich diese Ausbildung wirklich machen wollte, sollte ich mir gut überlegen, denn ich müsste noch soooooo viel lernen und so würde mich keiner ausbilden. Danke auch! Ich hörte danach beinahe auf zu zeichnen. Dass anderen Tätowierern auf der selben Convention meine Entwürfe gefallen hatten, dass sie vielen "Laien" gefielen, dass sogar schon Entwürfe von mir erfolgreich umgesetzt waren, all das vergaß ich. Ich war niedergeschmettert.


Etwas später kam mir ein schrecklicher Todesfall "zur Hilfe". Ein Kind, das mir sehr nahe stand, starb. Ich konnte es nicht ertragen - und fing wie im Zwang wieder an zu zeichnen. Ich ließ mir eine der Zeichnungen tätowieren, setzte meiner Trauer und dem Kind ein Denkmal und überwand den Schmerz - den des Verlustes, aber auch, ohne es damals zu realisieren, den der Abwertung und Ablehnung.

Dann traf ich Chris Garver in Essen. Er gab dort eine Autogrammstunde und zu meiner größten Freude kamen wir ins Gespräch und als gerade kaum noch Gäste kamen hatte ich ihn für etwa eine dreiviertel Stunde "für mich". Wir zeichneten zusammen, er gab mir Tips und während er Autogramme gab, zeichnete ichmit Kuli und wackelig mit einem Buch auf meinen Knien als Unterlage diesen Sketch für ihn. Er freute sich und ich war stolz, dass er dieses kleine Geschenk annahm. Er ist ein grandioser Künstler und, was ich noch viel lieber über ihn sagen möchte, ein bemerkenswerter Mensch. Herzlich, authentisch, freundlich, aufgeschlossen und intelligent. So habe ich ihn kennengelernt. Er behandelte mich wie ebenbürtig, wie eine andere Künstlerin, nicht, was ich irgendwie erwartet hatte, wie ein nettes Mädchen, das als Fan auf ihn zukommt und meint: Du, ich male auch, toll, oder? Er nahm mich ernst, lobte meinen Stil und kritisierte meine Zeichnungen ebenso ehrlich und wohlwollend. Als ich damit herausplatzte, wie sehr ich ihn beneidete, all die wunderbare Kunst, die er machte auch selbst auf Haut - dem wertvollsten aller Maluntergründe - verewigen zu können und "beichtete", dass mir das meiner Behinderung wegen verwehrt sei, tröstete er mich mit Worten, die ich nie vergessen werde: Das stechen, sagte er, sei Handwerk. Die eigentliche Kunst aber sei das Herstellen des Tattoos. Ich hätte den besseren, wichtigeren Teil und sollte mich nicht grämen, dass mir das Handwerk fehlte. Ich war tief berührt und beeindruckt und dankte ihm von Herzen. Letztes Jahr traf ich ihn wieder, auf der Convention in Dortmund. Er erinnerte sich noch ein bisschen an mich und fragte nach, wie es mir gehe und ob ich noch zeichnen würde. Ja, natürlich - nicht unwesentlich deinetwegen! Danke, Chris - und meine ewige Verbeugung vor einem der genialsten Tattoo Artists seiner Zeit!

Nach dieser inspirierenden Begegnung - und noch einiger anderer mehr, denn vielen lieben Menschen schulde ich Dank für Inspiration - konnte ich auch wieder Auftragsarbeiten machen. Wie diese:

Vom Sketch zum Tattooentwurf.


Nun habt ihr einen kleinen Überblick über mein "Tattoo-Leben" erhalten. Wenn ihr noch was wissen möchtet - her damit! Ab nächstem Jahr nehme ich übrigens auch wieder Auftragsarbeiten an, zumindest solche die kleiner sind als ein Ärmel... ;o)

Montag, 18. Oktober 2010

Edle Schalklammer mit Blattsilber

Ich habe etwas neues ausprobiert - eine Schalperle mit der man schmale Schals oder Seidentücher drapieren und zusammenhalten kann!

In meinem Lieblings-Strickladen habe ich Schalperlen gesehen, die mir gut gefielen, die aber aus Kunststoff waren, was ich nicht so mag. Also: Idee notieren, selber machen! Dazu habe ich einfach schwarzes FIMO Classic mit einem Hauch silberglimmer gemischt und vor dem plätten schon etwas in Form gebracht und halb geplättet. Da war es eine Art längliche Raute mit runden Ecken. Dann kam das Blattsilber dran. Einfach nur auflegen und vorsichtig mit den Fingern feststreichen. Nicht rupfen, das verändert den Effekt. Denn beim abschließenden Plätten reißt das Silber, bleibt aber fest auf dem FIMO, so entsteht diese Art Mosaik. Die Raute hab ich dann in der Mitte über meinen kleinen Finger "gefaltet" und die entstandene Spitze gepierct. Das hat zwei Vorteile:
1. kann man so noch einen Anhänger hinzufügen
und
2. Sind beide Ecken so definitiv ganz fest verbunden.
Gebacken ist das gute Stück auf einen Schaschlickspieß gezogen und kopfüber in ein Glas gehängt. Keine Druckstellen, kein verziehen! Probiert es doch auch mal, es ist einfach, geht recht schnell und sieht edel aus. Ist übrigens auch ein tolles Geschenk! ;o) Viel Spaß damit!